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Zur Geschichte
unserer Kirche Download
Kirchenbüchlein Neuauflage 2026 hier)
Vermutlich ist Frankenhain im
8./9. Jahrhundert als ein fränkischer Vorposten im
ehemaligen Sorbenland gegründet worden. Die heutige
Sakristei deutet auf einen karolingischen Kapellenbau
aus dieser Zeit hin. Das daran angebaute Kirchenschiff
ist wahrscheinlich frühestens ab 1110 oder etwas
später von oberpfälzer Siedlern im Zuge der kolonialen
Besiedlung ab 1104 durch Wiprecht II. errichtet
worden. Auch der damals schon bestehende Ortsnamen
scheint übernommen, da die Neusiedlieder ja keine
Franken, bestenfalls Nachfahren der fränkischen Eroberer
des Baierischen waren. Einige Zeit später um den Turmbau
erweitert, war unsere Kirche jedoch von Anfang an
ein Steinbau. Über deren Geschichte vom Baubeginn bis
zum Jahre 1514 wissen wir bislang nur wenig.
Entsprechende Vermutungen kann man durch zahlreiche
Indizien im Zusammenhang mit und die weitere
Politik seiner Machtnachfolger anstellen, was aber das
Dunkel der Geschichte um unserer Kirche nicht wirklich
erhellen kann. Schriftliche Zeugnisse aus dieser
Zeit sind uns bisher nicht bekannt. Grund dafür könnte
die verschwindend geringe politische und wirtschaftliche
Bedeutung des Ortes sein, es gab weder ein Rittergut
noch waren überregional wichtige oder adlige Personen in
dieser Zeit hier ansässig. Zudem war
Frankenhain über die Jahrhunderte immer Grenzgebiet
zwischen dem Naumburgischen, dem Merseburgischen
und dem Meißnischen Kirchenmachtbereich. Ober- und
Niederfrankenhain gehörten jahrhundertelang, auch
aufgrund der Grenzlage, jeweils unterschiedlichen
Besitzern und Lehnsherren. Bemerkenswert ist allerdings,
daß unser Kirche von Anfang an ein vergleichsweise ziemlich
großer
Bau, der große Umbau um 1514 auch eine recht
umfangreiche und teure Baumaßnahme war, die beide
vermutlich wohl kaum allein von den wenigen hier
ansässigen Siedlern, Bauern und Handwerkern finanziell
gestemmt werden konnten. Um 1490-1520 jedoch fanden im
gesamten Gebiet zwischen Ostsee und Alpen vielerorts
umfangreiche Kirchenbaumaßnahmen statt, meist aus
Ablaßhandel und von Landesfürsten finanziert und unter
Anweisung der jeweiligen Bischöfe und Kardinäle
(Ablaßbriefe) durchgeführt.
Im Jahre 1514 wurde also die Oberfrankenhainer Kirche,
die ‘gegen 700 Pariser Fuß über dem Meeresspiegel’
steht, im spätgotischen Stil erweitert. Davon zeugen die
Weihekreuze im Altar- und Chorraum, das in Rochlitzer
Porphyr gefasste Sterngewölbe und die Kirchenfenster.
Aus dieser Zeit stammen auch der schöne
Geringswald-Flügelaltar (1516) mit der Kreuzigungsgruppe
und die Sakramentsnische (Tabernakel) mit
architektonischer Rahmung und gewundener
Dreiviertel-Säule. Das altromanische Südportal im Salbau
blieb unverändert. Weiterhin sind der (heute nicht mehr
genutzte) romanische Taufstein und die romanische
(Fenster?)-Säule mit dem schönen Kapitell unter der
Kanzel aus der frühesten Zeit der Kirche erhalten
geblieben. Auch fünf schöne, geschnitzte und bemalte
Holzfiguren aus dem 14. Jahrhundert, die inzwischen
restauriert wurden, sind im Chorraum der Kirche zu
sehen.

Obwohl ein Patrozinium
urkundlich nicht bezeugt ist, wurde nach der
Überlieferung unsere St. Mauritius-Kirche (möglicherweise
schon einmal zu karolingischer Zeit?... damals ein
durchaus bedeutsamen Heiliger der Franken...)
jenem “Mauren” aus Afrika geweiht, der als römischer
Legionär und Anführer der 22. Thebäischen Legion im Jahr
302 sich weigerte, auf dem Gebiet der heutigen Schweiz
(bei St. Maurice) die Christen aufzuspüren und zu
ermorden. Dafür wurden er und viele gleichgesinnte
römische Soldaten dieser Legion auf Befehl vom
kaiserlichen Mitregenten Maximianus hingerichtet. Dieser
Heilige wird, da er aus Afrika stammte, oft als Mohr
dargestellt, so auch in unserer Kirche. Das Schild der
Mauritiusfigur im Mittelfeld des Altars trägt folgende
Inschrift, die als Indiz für die Weihe gilt: “Sanctus
Mauritius mit diner heilgen czelshop bittet vor uns nu
und tho allen ghetzoiden”.
Die (noch katholischen) Pfarrer waren zu jener Zeit ab
1517 Wolfgang Irmisch (Irmscher), geboren 1483 in
Gelenau, † 1519, danach Paul Fischer bis 1534 († 1553),
ab 1534 Wolfgang Agricola (nun reformiert, aber
vorher seit 1529 in Hopfgarten, † 1547), ab
1553 Daniel Walther († 1588). 1584 bis 1588 hatte
Elias Vogel, der 1561 in Frohburg geboren war, die
Oberfrankenhainer Pfarramtsstelle inne.
Die Reformation wurde in Frankenhain schon früh,
nämlich bereits 1533/1534 eingeführt. Die zuständige
Gnandsteiner Einsiedelsche Herrschaft, die für die
Frankenhainer Parochie das Kollaturrecht ausübte, stand
in diesen Jahren teils unter dem albertinischen
Markgrafen von Meißen Herzog Georg (dem Bärtigen, ein
absoluter Gegner der Reformation) und zum anderen Teil
unter dem ernestinischen Kurfürsten Johann Friedrich
III. (genannt: Der Weise) und seinem Bruder Johann dem
Beständigen, der nach dem Tod Friedrichs 1525 die
Regierungsgeschäfte allein ausübte. Diese beiden
unterstützen intensiv Luther und die Reformation. Auch
war die Einsiedelsche Familie auf Gnandstein eng mit
Luther, Spalatin und Melanchthon befreundet.
Entsprechender Streit der Einsiedelbrüder mit Herzog
Georg war vorprogrammiert, weniger wegen Frankenhain,
mehr wegen Gnandstein, Roda, Altmörbitz und sieben
weiteren Dörfern, die in Georgs Machtbereich lagen. Ab
1534 stellte sich Elisabeth, die Schwiegertochter
Georgs, bereits auf die Seite der Reformation und
regierte ab 1537 auf ihrem Wittum Schloß Rochlitz.
Nach dem Tod des Herzogs 1539 setzte sich dann auch im
albertinischen Teil Sachsens die Reformation
langsam durch. Elbisbach gehörte mit seiner kleinen
Kapelle bis 1533 als Filial zur Pfarrkirche
Oberfrankenhain, diese stand bis dahin unter dem
Archidiakonat Grimma/Merseburg. Hopfgarten hatte bis zur
Reformation einen eigenen Pfarrer. Im Jahre 1534 wurde
die Hopfgartener Kirche als Schwesterkirche
Oberfrankenhain zugeordnet. Im Gegenzug wurde das Filial
Elbisbach an Prießnitz abgegeben...
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